Klarinette, Gesang
zurück zum coppelianischen Korridor


Le Comte Caspar ist eindeutig der sensibelste Charakter in der Band. Er ist immer intensiv darum bemüht, sich freundlich und charmant zu geben, was ihn zugegebenermaßen doch manchmal recht viel Anstrengung kostet. Er kam ursprünglich aus Paris, mußte jedoch wegen einer unangenehmen Meinungs- verschiedenheit mit dem Operndirektor seine gute Stellung als Kapellmeister der Pariser Oper aufgeben, und auf schnellstem Wege das Land verlassen. Ihm war eine üble Intrige gesponnen worden, welche ihn um ein Haar seinen Kopf gekostet hätte.

Er zog sich daraufhin im deutschen Raum für einige Jahrzehnte in einen alten Turm zurück, von schwerer Melancholie überkommen, nicht gewillt, auch nur einen einzigen Gast zu empfangen, und widmete sich in seiner Einsamkeit intensiv dem Spiel der Klarinette. Als er - ob der vielen Veränderungen, welche neuartige Erfindungen mit sich brachten, leicht irritiert - wieder an die Öffentlichkeit trat, traf er bald mit den übrigen Musikern von COPPELIUS zusammen, welche fortan seine ständigen Begleiter sein sollten. Wenn ihn - was alle Jahre vorkommt - eine schwere Melancholie überwältigt, dann pflegen ihn seine Gefährten. Wenn er - was in ekstatischen Momenten auf der Bühne durchaus vorkommen kann - die ihm sonst so hochgeschätzte Beherrschung entgleitet, dann halten sie ihn zurück. Wahrlich, in dieser Gruppe von Gleichgesinnten ist er gut aufgehoben!

Seine Aufgabe bei COPPELIUS besteht darin, seiner Klarinette gar schöne Töne in den Kantilenen und scharf gewürzte Soli bei den Prestissimo & Fortissimo zu entlocken, sowie die ariosen Stellen um einen kräftigen Baß zu bereichern. Ersteres geschieht oft in harmonischer Eintracht mit Max Coppella, auf daß sich die schönsten Duette entspinnen.
 
Zur persönlichen Galerie 
 
Nachricht schreiben
Navigation einblenden